Dreier im Nest! Strittige Elferszene in 90.+6! Schalding rettet 2:1

 

27. Spieltag – Samstag: Schnabel-Elfer und Stiglbauer-Blitztreffer bringen den Niederbayern drei enorm wichtige Punkte.

2:1 in Ansbach, 2:1 gegen Aschaffenburg. Der SV Schalding hat am Ostersamstag den zweiten Dreier in Folge eingesackt. Und das erneut gegen einen direkten Konkurrenten im Regionalliga-Abstiegskampf. Der RĂŒckstand auf die Nicht-Abstiegszone: 0 Punkte, 1 Tor (!). Der Vorsprung auf die Direkt-Abstiegszone betrĂ€gt satte elf ZĂ€hler! Der Sieg gegen die Viktoria hing dennoch am seidenen Faden… und das aufgrund einer strittigen Aktion in der allerletzten Sekunde der sechsminĂŒtigen Nachspielzeit!
 
Die letzte Aktion im Spiel. Aschaffenburg-Keeper Max GrĂŒn kommt mit nach vorne, tief in der Nachspielzeit. Ein letzter Eckball fliegt rein in die Box, im GetĂŒmmel geht Florian Pieper zu Boden, Aschaffenburg reklamiert heftig Elfmeter. Auch einige SVS-Zuschauer stimmen ein, „das war einer“. Doch Referee Thomas Ehrnsperger gibt den Strafstoß nicht, pfeift ab. Und Viktoria-KapitĂ€n Benni Baier sieht wegen heftigen Reklamierens auch noch die glatt rote Karte!

„Das Remis wĂ€re sicher das gerechte Ergebnis gewesen. Wir kassieren zwei Gegentore nach ruhenden BĂ€llen. Werfen alles in die Waagschale und hĂ€tten einn klaren Elfmeter bekommen mĂŒssen. Aber das SpielglĂŒck war heute – anders als am Montag – nicht auf unserer Seite“, raunte SVA-Coach Simon Goldhammer. Gegen Bayreuth hatte die Viktoria per Last-Second-Treffer den 1:0-Heimsieg klargemacht.

Doch diesmal lief’s andersrum. Und das – wenn man die letzte Aktion im Spiel ausblendet – verdientermaßen. Denn Schalding war von Beginn an die leicht tonangebende Mannschaft. Die Viktoria ging das wichtige Direktduell defensiv an und erspielte sich kaum Torchancen. Schalding – auf einigen Positionen verĂ€ndert und auch im „neuen“ 4-4-2 – fand immer besser ins Spiel. Auf die erste Top-Chance mussten die knapp 650 Zuschauer dennoch lange warten. Bis in Minute 62, als Fabian Schnabel von hinten an den Hacken getroffen wurde, und dafĂŒr nen glasklaren Elfmeter zugesprochen bekam. Der Gefoulte trat selber an und versenkte unhaltbar flach rechts (62.).
Schaldings FĂŒhrung hĂ€lt erst nur vier Minuten, und dann wurd’s nochmal richtig eng!

Doch die FĂŒhrung hielt nicht lange. Aschaffenburg machte jetzt endlich Druck: Danylo Barudis scharfe Hereingabe von links versenkte Florian Pieper aus Ultra-Kurzdistanz unmittelbar vor der Torlinie (66.). Schalding fasste sich nochmal ein Herz, brachte neben Maxi Moser auch Quirin Stiglbauer ins Spiel. Und der war sofort hellwach. Freistoßflanke Fabi Schnabel weit rein an den langen FĂŒnfer, wo Stiglbauer einlief und volley hoch ins linke Eck versenkte. Ein klasse Tor – 90 Sekunden nach seiner Einwechslung!

Schalding zeigte sich jetzt deutlich gefestigter als nach dem ersten FĂŒhrungstreffer. Dennoch hĂ€tte Daniel Cheron beinahe den Ausgleich erzielt, Max Böhnke per Faustabwehr (89.)! Und als Aschaffenburg alles nach vorne schmiss, eine 3-gegen-1-Kontersituation fĂŒr Schalding! Daniel Zillner quer auf Christoph Szili, eigentlich ein Abwehrmann, der jetzt aber alleine vorm Kasten stand, und den Ball vertĂ€ndelte (90.+1). Das hĂ€tte das 3:1 sein mĂŒssen! Und dann wurd’s nochmal spannend… Aschaffenburg bekam den Elfer in der allerletzten Aktion nicht, und die drei Punkte blieben im Passauer Westen! Letztlich glĂŒcklich.

„Die RĂŒckreise wird jetzt richtig unangenehm. Wir haben 400km vor der Brust. Und umso bitterer war die letzte Aktion. Und dann auch noch die rote Karte gegen Benni Baier“, haderte Goldhammer. Schaldings Coach Stefan Köck freute sich etwas gebremst ĂŒber den Oster-Dreier: „Wir haben’s nach der Systemumstellung in Teilen gut gemacht. Erst hat uns der Mut gefehlt, danach sind wir besser reingekommen. Hatte die klareren Chancen. Aber die Bedingungen waren auch unglaublich schwierig auf dem holprigen Platz. Jeder hat bis zum Schluss alles investiert. Wir wollten auch mit der Bank das Spiel entscheiden, das haben wir zum GlĂŒck geschafft… Das passiert nicht einfach so, das muss man sich verdienen.

https://www.fupa.net/news/dreier-im-nest-strittige-elferszene-in-906-schalding-rettet-21-3011846
Autor: Sebastian Ziegert